Methodenkoffer: Just-in-Time-Teaching (JiTT)

Was ist JiTT?

Just-in-Time-Teaching (JiTT) ist eine Methode, die die Lehre pro­blem­ori­en­tiert „umdreht“. Das Kern­prinzip wurde schon in den 90er Jahren ent­wi­ckelt. Die Idee war sei­ner­zeit, die Effi­zienz der Vor­le­sungen zu stei­gern. Aus­gangs­punkt war die Beob­ach­tung, dass Stu­die­rende selten 90 Minuten „durch­halten“ und der rote Faden häufig leider wäh­rend der Vor­le­sung abriss. An dieser Beob­ach­tung hat sich in den letzten 20 Jahren nicht viel geän­dert. Wir ver­su­chen zwar, durch akti­vie­rende Methoden den Kon­zen­tra­ti­ons­pegel auf einem hohen Niveau zu halten, dies gelingt aber nicht immer. Das Resultat ist, dass die Stu­die­renden aus der Vor­le­sung nicht das mit­nehmen, was sie sollten. Als Kon­se­quenz ent­steht — für die Stu­die­renden — ein hoher Mehr­auf­wand für die Nach­be­rei­tung der Vor­le­sung, die im worst case erst in der Vor­be­rei­tung auf die Prü­fung statt­findet. JiTT ver­sucht, dem zu ent­ge­gen­zu­wirken, indem die Stu­die­renden klar for­mu­lierte Auf­gaben und Fragen vor der Lehr­ver­an­stal­tung bear­beiten und in der Lehr­ver­an­stal­tung nur (!) die pro­ble­ma­ti­schen Stellen und ent­stan­denen Fragen bespro­chen werden. Dadurch können Leh­rende schon früh­zeitig auf Miss­ver­ständ­nisse und Fehl­kon­zepte ein­gehen und die Stu­die­renden dort abholen, wo sie stehen. Die Her­aus­for­de­rung für Leh­rende liegt dabei vor allem in der Vor­be­rei­tung der Mate­ria­lien und Fragen, die so gestaltet werden sollten, dass die Stu­die­renden den Stoff selbst durch­dringen können. Dank des Feed­backs vor und in der Lehr­ver­an­stal­tung, in der die Inhalte nur noch bespro­chen werden, können Leh­rende suk­zes­sive die Lehr­ver­an­stal­tung an die Bedürf­nisse der Stu­die­renden anpassen.

Wie kann man JiTT in die Lehre integrieren?

Ein Kern­ele­ment des JiTT sind gut vor­be­rei­tete Mate­ria­lien und Fragen. Hierbei können Leh­rende auf bereits ein­ge­setzte Skripte auf­bauen. Dabei ist es hilf­reich, diese Mate­rialen mit Fragen, Bei­spielen oder Videos zu ergänzen. Zu diesen im Vor­feld bereit­ge­stellten Mate­ria­lien kann bei­spiels­weise ein Forum ange­legt werden, in dem Fragen gestellt werden können. Der Vor­teil für Leh­rende: Sie können sich auf bestimmte Pro­blem­kom­plexe gezielt vor­be­reiten. In der Lehr­ver­an­stal­tung selbst gehen die Leh­renden schließ­lich nur noch auf die Fragen und Pro­bleme ein. Dieses Kon­zept for­dert die Stu­die­renden. Sie müssen sich vorab mit den Themen aus­ein­an­der­setzen und eigene Pro­bleme in Form von Fragen for­mu­lieren und finden. Dies trägt letzt­lich auch dazu bei, dass das Aus­wen­dig­lernen von Rezeptwissen keine Moti­va­ti­ons­grund­lage mehr hat, da der Fokus auf dem Ver­ständnis von Kon­zepten liegt. Zum Teil wird dieses Kon­zept von Kolleg_innen unserer Hoch­schule bereits genutzt. Eine typi­sche Erfah­rung, von der sowohl Lehr­kräfte als auch Stu­die­rende berichten, ist, dass sowohl eine deut­liche Effi­zi­enz­stei­ge­rung als auch eine Ver­bes­se­rung der Noten erreicht wird.

Welche digi­talen Hilfs­mittel gibt es?

Um die Mate­rialen bereit­zu­stellen gibt es die Mög­lich­keit, Stud.IP oder ILIAS zu ver­wenden. Dort besteht die Mög­lich­keit, Wikis und Foren ein­zu­richten, so dass ein Feed­back­kanal ent­steht. Daneben können Sie auch das PELA nutzen, um bei­spiels­weise in kurzen Videos die Arbeits­an­wei­sungen und zen­tralen Pro­blem­stel­lungen vorzustellen.

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