FAQ: Einbindung von Medien in der Lehre

Darf ich urhe­ber­recht­lich geschützte Bilder in meine E-Learning-Materialien einbauen?

Ant­wort: Sofern die Bilder für das Ver­ständnis eines Textes erfor­der­lich sind, können Sie diese im Rahmen des Zitat­rechts ein­bauen. Aller­dings darf das Bild nicht zur Haupt­sache werden. Sofern Bilder zur Ver­an­schau­li­chung von Lehr­in­halten in der Hoch­schul­lehre erfor­der­lich sind, können Sie sich auf § 52a UrhG berufen. Hier muss aller­dings der Teil­neh­mer­kreis begrenzt sein. In beiden Fällen müssen Sie die Quelle bzw. den Namen des Urhe­bers angeben. Der Ein­satz zu reinen Illus­tra­ti­ons­zwe­cken ist ohne Ein­ver­ständnis des Urhe­bers nicht möglich.

An wen muss ich mich wenden, wenn ich Nut­zungs­rechte oder Ver­wer­tungs­rechte an einem Schrift­werk, einem Bild, einem Film oder einer Musik­datei erwerben möchte und in wel­cher Form hat diese Anfrage zu erfolgen?

Ant­wort: Hierzu müssen Sie sich an den oder die Urheber des Werkes wenden. Häufig werden Urheber durch Ver­wer­tungs­ge­sell­schaften (z. B. VG Wort bei Büchern oder GEMA bei Musik­stü­cken) ver­treten, so dass dann hier eine Anfrage zu stellen wäre. Ist der Urheber eines Werkes nicht zu ermit­teln, so bleibt das Urhe­ber­recht trotzdem beim Werk­schöpfer. Im Zwei­fels­fall sollte ein sol­ches Werk nicht ver­wendet werden. Die Anfrage zur Nut­zung eines urhe­ber­recht­lich geschützten Werkes ist form­frei und kann z. B. auch münd­lich erfolgen.

Wo bekomme ich Bilder, die ich frei für meine Lehre ein­setzen darf?

Ant­wort: Im Rahmen wis­sen­schaft­li­cher Arbeiten dürfen Bilder (z. B. als Groß­zitat) zitiert werden. (§51 UrhG) Hierbei gilt — wie auch bei Texten — dass nur im jeweils erfor­der­li­chen Umfang zitiert werden darf und ein for­meller und inhalt­li­cher Bezug zwi­schen beiden Werken bestehen muss. In diesem Zusam­men­hang ist im Rahmen des § 51 UrhG zu beachten, dass das Zitat­recht sich regel­mäßig nur auf ein­zelne Werke bezieht.

Des Wei­teren bieten einige im Internet ver­füg­bare Bild­da­ten­banken eine freiere und kos­ten­lose Nut­zung ihrer Bilder für nicht kom­mer­zi­elle Zwecke an. Die Bilder sind zumeist mit der Crea­tive Com­mons (CC) Lizenz ver­sehen. Auch Bilder, die Sie in der Wiki­pedia finden unter­liegen dieser Lizenz­form. Micro­soft Clip­arts dürfen eben­falls zu nicht kom­mer­zi­ellen Zwe­cken genutzt werden, sofern man Eigner eines Micro­soft Office Pro­duktes ist (Die Nut­zung der Bilder in kom­mer­zi­ellen Ver­an­stal­tungen ist jedoch erlaubt, solange die Bilder nicht selbst kom­mer­ziell ver­äu­ßert werden).

Darf ich Bilder aus dem Internet in meinen Klau­suren verwenden?

Ant­wort: Ja, wenn die Klau­suren nur für staat­liche Prü­fungen und Prü­fungen in Schulen, Hoch­schulen, in nicht­ge­werb­li­chen Ein­rich­tungen der Aus– und Wei­ter­bil­dung sowie in der Berufs­bil­dung in der erfor­der­li­chen Anzahl erstellt und ver­wendet werden (§53 Abs. 3 Nr. 2 UrhG). Wichtig ist es dem Bild immer die ori­gi­nale Quelle hin­zu­zu­fügen. Zudem muss das zitierte Werk bereits unter Namens­nen­nung des Urhe­bers ver­öf­fent­licht worden sein. Eine Erst­ver­öf­fent­li­chung fremder Werk­t­eile durch Dritte ist nicht möglich.

Ach­tung: Nach §53 Abs. 3 Nr. 2 UrhG umfasst hier „der Begriff der Prü­fungen nur solche Leis­tungs­kon­trollen, die einen Lehr– oder Stu­di­en­ab­schnitt abschließen Daher ist die Bereichs­aus­nahme zwar auf Abschluss– oder Zwi­schen­prü­fungen anwendbar, nicht jedoch auf ein­zelne Übungs­klau­suren oder –hausarbeiten

Darf ich E-Books und Zei­tungen einstellen?

Ant­wort: Nein. Sie dürfen keine ganzen Bücher und Zeit­schriften in ILIAS bereit­stellen. Falls sich jedoch ganze Bücher bereits auf anderen Inter­net­seiten oder im Online-Katalog der Hoch­schule befinden können Sie darauf verlinken.

Darf ich Youtube-Videos zur Ver­fü­gung stellen?

Ant­wort: Hier sind drei Dis­tri­bu­ti­ons­ver­fahren zu unterscheiden:

  1. Link zu einem Video setzen

Durch die das Ver­linken wird nur eine Ver­knüp­fung auf das Video bereit gestellt und nicht der Inhalt selbst. Der Bun­des­ge­richtshof ent­schied im „Paperboy“-Urteil (nach UrhG § 16 Abs. 1) dazu: „Wird ein Hyper­link zu einer Datei [oder Video] auf einer fremden Web­seite mit einem urhe­ber­recht­lich geschützten Werk gesetzt, wird dadurch nicht in das Ver­viel­fäl­ti­gungs­recht an diesem Werk ein­ge­griffen.“ Eine Ver­lin­kung ist somit kein Problem.

Den­noch ist darauf zu achten, welche Inhalte wie ver­linkt werden. Beinhaltet die ver­linkte Inter­net­seite / das Video straf­bare Inhalte so ist eine kon­tex­t­u­elle Dis­tan­zie­rung geboten. Soli­da­ri­siert sich der Link­setzer mit den ver­linkten Inhalten „gilt der Grund­ge­danke des § 7 Abs. 1 TMG. Es besteht eine Haf­tung nach all­ge­meinen Grund­sätzen: der Link-Setzer haftet für die gelinkten Inhalte so, als wären es seine eigenen.“

  1. Video mit­tels <iframe> einbinden

Aus der Sicht des Platt­form­be­trei­bers ist die Ein­bet­tung mit­tels eines iframes sogar gewünscht. Youtube stellt für jedes Video den ent­spre­chenden Quell­code (zum Kopieren) bereit. Die Frage nach dem Urhe­ber­recht klärt Youtube in den Nut­zungs­be­dingen. So hat jede Person, die dort Videos hoch­lädt (und anderen Per­sonen zum streamen anbietet) zu ver­si­chern, dass er / sie das Urhe­ber­recht am Mul­ti­me­dia­werk besitzt. (Auch hier gilt der zweite Absatz aus Punkt 1)

  1. Zuvor her­un­ter­ge­la­denes Video hochladen

Diese Nut­zung ist in der Regel vom Platt­form­be­treiber so nicht vor­ge­sehen (siehe Nut­zung­be­din­gungen Youtube) und nur mit­tels zusätz­li­cher Dritt­soft­ware mög­lich. Eine solche unsach­ge­mäße Ver­wen­dung und evtl. sogar die damit ver­bun­dene Umge­hung tech­ni­scher Schutz­maß­nahmen ist nicht zulässig. Zudem ist eine Kopie — wenn über­haupt recht­mäßig — nur über die Pri­vat­ko­pie­schranke gedeckt und damit nur für den pri­vaten Gebrauch einsetzbar.

Wer darf auf meinen Online-Kurs zugreifen?

Ant­wort: Um eine miss­bräuch­liche Beru­fung auf die Son­der­re­ge­lung des § 52a UrhG zu ver­hin­dern, ist diese Schran­ken­be­stim­mung an die Ein­hal­tung zahl­rei­cher Kon­di­tionen geknüpft. Diese sollten im Ein­zel­fall vor der Bereit­stel­lung von Online-Materialien unbe­dingt genau über­prüft werden (cf. Medien-Checkliste). Unter anderem ist es für das Greifen der Son­der­be­stim­mungen in der online ver­mit­telten Lehre erfor­der­lich, dass die urhe­ber­recht­lich geschützten Inhalte aus­schließ­lich für den Unter­richts­be­darf einem eng defi­nierten und abge­grenzten Nut­zer­kreis zur Ver­fü­gung gestellt werden.

Gestalten Sie Online-Kurse daher so, dass eine selb­stän­dige und unkon­trol­lierte Anmel­dung nicht mög­lich ist, und schützen Sie statt­dessen Ihren vir­tu­ellen Lern­raum z.B. mit einer Pass­wort­ab­frage oder richten Sie eine E-Mailanfrage-Prozedur für Ihre Teil­nehmer ein. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass aus­schließ­lich befugte Kurs­teil­nehmer Zugriff auf Ihre Kurs­in­halte haben.

Ist der Gast­zu­griff auf meinen Online-Kurs problematisch?

Ant­wort: Pro­ble­ma­tisch ist ein Gast­zu­griff immer dann, wenn Sie einen Inhalts­be­reich mit Inhalten Dritter unzu­rei­chend geschützt haben. In diesem Fall können Gäste, d.h. Sys­tem­benutzer ohne Ver­bin­dung zu Ihrem Kurs, frei auf diese Inhalte zugreifen, diese her­un­ter­laden und ver­werten. In sol­chen Fällen greift die Schranke § 52a UrhG nicht, da durch die Anony­mität der Nut­zungsart die Vor­aus­set­zung einer Lehr­si­tua­tion zwi­schen Leh­rendem und eng abge­grenztem Teil­neh­mer­kreis nicht erfüllt ist. Als Anbieter fremder Inhalte wäre dies ein Ein­griff in die Ver­wer­tungs­rechte des Urhe­bers und somit ein klarer Ver­stoß gegen das Urhe­ber­recht; für Gäste hin­gegen würde ein sol­cher Down­load von Inhalten für den Eigen­be­darf in aller Regel als Ver­viel­fäl­ti­gung zum eigenen Gebrauch (§ 53 UrhG) gewertet. Sofern Sie jedoch einige Vor­sichts­maß­nahmen ein­halten, können Sie das Inter­esse poten­ti­eller Kurs­teil­nehmer für Ihren Kurs natür­lich auch wei­terhin mit einer Gast­vor­schau wecken. Im Wesent­li­chen sollten Sie dabei auf die gezielte Plat­zie­rung der dafür rele­vanten Infor­ma­tionen achten und alle übrigen Inhalts­be­reiche für den Zugriff sperren. Zusätz­lich bietet es sich an, für etwaige Fragen umfas­sende Kon­takt­in­for­ma­tionen zur Kurs­lei­tung bzw. zu den zustän­digen Ansprech­part­nern anzugeben.

Ist es zulässig, Abbil­dungen, wie z.B. Schema-Zeichnungen aus anderen Publi­ka­tionen nach­zu­zeichnen und diese zu ver­wenden? Wie weit muss sich eine solche Nach­zeich­nung vom Ori­ginal unterscheiden?

Ant­wort: Es ist zwi­schen einer freien Benut­zung eines Werkes einer­seits und einer Bear­bei­tung bezie­hungs­weise ander­wei­tigen Umge­stal­tung eines Werkes ande­rer­seits zu unter­scheiden. Nach § 24 UrhG ist die Ver­öf­fent­li­chung und Ver­wer­tung eines neuen Werkes, das unter freier Benut­zung eines anderen schon vor­han­denen Werkes erstellt wurde, auch ohne die Zustim­mung des Urhe­bers des benutzen Werkes zulässig. Dem­ge­gen­über dürfen bloße Bear­bei­tungen oder andere Umge­stal­tungen von Werken eines Anderen nur mit dessen Ein­wil­li­gung ver­öf­fent­licht oder ver­wertet werden (§ 23 UrhG). Unklar ist häufig, wie eine freie Benut­zung von einer Bear­bei­tung oder sons­tigen Umge­stal­tung zu unter­scheiden ist. Bei Bear­bei­tungen und anderen Umge­stal­tungen werden die wesent­li­chen Züge des Ursprungs­werkes über­nommen. Aus diesem Grund spricht man auch von „abhän­gigen Nach­schöp­fungen“ oder „abhän­gigen Benut­zungen“. Dem­ge­gen­über dient im Rahmen einer freien Benut­zung das fremde urhe­ber­recht­lich geschützte Werk nur als Anre­gung für das eigene selb­stän­dige Werk. Wann ein Werk in diesem Sinne nur als Anre­gung dient, wird über­wie­gend mit der so genannten „Verblassens-Formel“ ermit­telt: Ver­blassen die dem geschützten früher beste­henden Werk ent­nom­menen indi­vi­du­ellen Züge gegen­über der Eigenart des neu geschaf­fenen Werkes, so liegt eine freie Benut­zung vor. Das fremde Werk wird in diesem Fällen nicht mehr in einem urhe­ber­recht­lich rele­vanten Umfang benutzt.

Soweit eine fremde Schema-Zeichnung allein nach­ge­zeichnet wird, ist eine der­ar­tige Bear­bei­tung nur mit Ein­wil­li­gung des Urhe­bers erlaubt. Nimmt man dagegen ein fremdes Schema nur zum Aus­gangs­punkt für die Ent­wick­lung einer eigenen sche­ma­ti­schen Über­sicht, die nicht mehr durch die indi­vi­du­ellen Züge der Vor­lage geprägt wird, dann liegt eine freie Benut­zung vor, die ohne Zustim­mung des Urhe­bers zulässig ist.